Zeit und Ewigkeit
Die CD stellt eine Zusammenfassung des geistlichen a cappella Repertoires des ensemble 15.21 dar. In den vergangenen zehn Jahren haben wir uns schwerpunktmäßig einerseits mit Alter Musik (Renaissance und Barock) und andererseits mit zeitgenössischen Kompositionen beschäftigt, wobei im Zuge der gemeinsamen Arbeit die Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte zwischen diesen scheinbar so polaren Epochen deutlich wurden. Und so sind Brückenschläge zwischen Alt und Neu immer mehr zu einem zentralen Anliegen unserer künstlerischen Arbeit geworden.
Die Stimmungen der einzelnen Kompositionen sind dabei vielfältig: Innige Gebete (Gallus: Pater noster, Lasso: In monte Oliveti , Thürauer: Drei Kindergebete) stehen Stücken gegenüber, die tiefen Schmerz ausdrücken (Lechner: Quis dabit, Schein: Da Jakob vollendet hatte). Der titelgebende Zyklus Zeit und Ewigkeit (Burghardt), der die Vergänglichkeit des eigenen und die Hoffnung auf das ewige Leben zum Thema hat, findet im Selig sind die Toten (Schütz) seine barocke Entsprechung. Eine weitere Brücke zwischen den Epochen stellt der lateinische Text modernen Ursprungs von In temporae irae (Text: G. Allesch, Musik: W. Wagner) dar. Und schließlich haben Vertonungen marianischer Hymnen (Kverno: Ave maris stella) in der geistlichen Vokalmusik aller Epochen einen besonderen Stellenwert. Am konsequentesten ist die Verbindung zwischen Alt und Neu im Salve regina (Vittoria/Kerschner) vollzogen. Johannes Kerschner (*1973) greift dabei die gregorianischen Choralpassagen der originalen Motette von Vittoria (1548-1611) auf und kleidet diese in ein neues, zeitgenössisches Gewand. Erstaunlich homogen fließen dabei Altes und Neues ineinander; eine Art künstlerisches Credo des ensemble 15.21.